Profivertrag als Lohn für den "Nachzipf"
16 Jahre & 2,08 Meter. Alexander Djuric, Österreichs
größtes Basketballtalent. Er wird Profi in Kapfenberg.
von Günter Sagmeister (Kleine
Zeitung)
Da
ging ein 14jähriger in Feldkirch zum Arzt und ließ sich seine Hand
mit der Frage röngten: Wie groß werd' ich denn? Über zwei Meter,
sagte der Arzt, und der 14jährige ging frustriert nach Hause.
Daraufhin setzte er sich mit seinen 1,92 Metern daheim vor den
Fernseher und sah zufällig das NBA-Finale zwischen den Chicago Bulls
und Seattle SuperSonics. Und da war Alexander Djuric klar: Ich werd'
Basketballer. Montag wird Djuric 17, er ist mittlerweile 2,08 Meter
groß (Schuhgröße 48) und landete bei Vizemeister Kapfenberg. Er
wird Basketballprofi.
"Er ist das größte Talent, das ich je in Österreich gesehen
habe", sagt Coach Michael Schrittwieser. Aber Profi wird er nur
dann, wenn er im Herbst zwei "Nachzipf" ("BWL und
Englisch, ich war faul") besteht und somit die Klausel im Vertrag
erfüllt: Kein Schulabschluß, kein Profivertrag. Jetzt lernt er jede
freie Sekunde und hat begriffen, daß ein Schulabschluß ja doch mit
seinem Beruf zusammenhängt.
Basketball spielt er also erst seit zwei Jahren, "ich hab' im
TV zugeschaut, wie das die Amerikaner machen. Es hat
funktioniert." Sport wollte er zuerst "nur zur Gaudi
betreiben, damit ich nicht zum Rauchen und Trinken anfange." Über
Hard ("Das schlechteste Team Vorarlbergs") und Feldkirch kam
er nach Kapfenberg und wird erstmals in die hohe Schule der Technik
und Taktik eingeweiht. Manager Klaus Marichhofer: "Er wird heuer
zwar noch keine dominierende Rolle in der Bundesliga spielen, aber er
wird Einsätze bekommen. Und nächstes Jahr werden wir mit ihm einen
ganz starken Mann haben."
Günter Sagmeister
Kleine Zeitung:
14.03.2001
Aleksandar Djuric: 18
Jahre alt, 2,08 Meter groß, 107 Kilo schwer, Basket-Bear und
geborener Vorarlberger, ist "Rookie des Jahres".
VON
CHRISTOPH HEIGL
"Wenn sich Aleksandar so weiterentwickelt, werden wir ihn bald
nur noch im Fernsehen bewundern können. Denn dann spielt er nicht
mehr lange in der österreichischen Liga." Michael Schrittwieser,
der Trainer der Kapfenberger Basket-Bears, findet große Worte für
seinen aufstrebenden Jungstar. Der 18-jährige Aleksandar Djuric war
in den letzten Wochen, in denen die Bären von ihren Gegnern ein wenig
"durchgebeutelt" wurden, einer der Beständigsten im Team
und bewies, dass er eine große Zukunft vor sich hat.
Für seine Leistungen
wurde er kürzlich beim All-Star-Game in Oberwart zum "Rookie des
Jahres", zum besten Nachwuchsspieler Österreichs, gewählt. Auf
diese Auszeichnung ist Djuric stolz: "Dieser Titel ist die Bestätigung
für meine harte Arbeit in den letzten Jahren und gibt mir ein gutes
Gefühl."
Geboren wurde der
2,08-Meter-Riese zwar in Bregenz, er besitzt aber die jugoslawische
Staatsbürgerschaft. Noch während seiner Schulzeit in der
Handelsschule Bregenz spielte er bereits in Hard und Feldkirch, wo ihn
Coach Schrittwieser für die Bären entdeckte. Inzwischen ist er seit
17 Monaten in Kapfenberg, er fühlt sich aber noch immer als
waschechter Vorarlberger, denn seine Eltern und seine beiden
Schwestern leben nach wie vor im Ländle. "Wenn‘s gut geht,
besuche ich sie zwei, drei Mal im Jahr", erzählt der 18-Jährige.
Weitere zwei
Jahre. In Kapfenberg gefällt es dem 107 Kilo schweren
Forward aber gut, deshalb wird der Zweijahresvertrag nach der Saison
wohl verlängert werden: "In Kapfenberg bin ich sehr zufrieden.
Der Trainer gibt mir viel Spielzeit und ich kann mich gut
entwickeln."
Schrittwieser und
Co-Trainer Midhat Kamenica ernten also langsam die Früchte ihrer
Nachwuchsarbeit, denn mit dem ebenfalls 18-jährigen Armin Woschank
haben sie ein weiteres Super-Talent als verlässlichen Leistungsträger
etabliert. "Mit Kamenica haben wir wirklich einen Top-Mann für
den Nachwuchs", freut sich der Kapfenberger Trainer.
Djuric will er zumindest
noch drei Jahre an den Verein binden: "Bei uns kann er in Ruhe
reifen, bevor er eventuell ins Ausland geht." Sollte sich bezüglich
seiner Staatsbürgerschaft etwas ändern - immerhin lebt er seit
seiner Geburt in Österreich - wäre er natürlich auch ein Thema fürs
österreichische Nationalteam.
Für die laufende
Meisterschaft sieht Djuric, der im aktuellen Play-Off einen Schnitt
von 16 Punkten pro Spiel vorweisen kann, noch alles offen: "Wir
spielen jetzt endlich wieder Team-Basketball. Wenn wir konstanter
werden, ist noch alles drinnen, auch Platz Eins."
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