| Stefan Schmidt:
"Aus der Sicht eines Anderen" |
Bald ein Jahr ist
es her, eine halbe Saison ist seither vergangen, da es hiess der Stef,
der spielt wieder Basketball. Mehr als ein Jahr hatte ich, mangels
Herausforderungen und Zeit, pausiert. Anfang Dezember vergangenen
Jahres dann rief mich einer an, an dessen Namen ich mich erst gewöhnen
musste: Netschko ... oder so. Seiner Beschreibung nach musste ich ihn
kennen, na ja mein Gedächtnis liess mich mal wieder im Stich.
Doch
nach kurzem Überlegen konnte ich mich dann doch entscheiden, mal
wieder in ein „Nicht-Volleyball-Training“ zu gehen. Surprise,
surprise ich kannte ihn doch, hatte ich doch in meiner Jugend häufig
gegen Bregenz und Familie Wagenleitner gewonnen..äh..gespielt. Neben
Necko stand ein 16-jähriger, der mich fast ehrwürdig begrüsste,
obwohl er ein Stück grösser war als ich. Mein erster Kontakt mit den
ACP-Baskets war hergestellt.
Sofort
als ich in die Halle kam standen alle da und betrachteten mich wie
einen Löwen im Zoo. „Das ist er nun!“, schienen sie zu sagen. Ja,
das war er und nun? Na ja, einen kannte ich ja. Gegen Admir hatte ich
zu seinen Croatia-Buchs-Zeiten auch schon gespielt, aber alle
anderen... wow waren die jung.
Irgendwie
war ich mich ja gewohnt in einer Mannschaft der Leitwolf zu sein,
Verantwortung zu übernehmen, aber mit 16-18 jährigen? Gut, ich liess
mich dazu überreden und ich habe es bis heute nicht bereut, denn was
nun kam war interessant und am Ende sogar erfolgreich.
Zunächst
kam die schwierigste Zeit meiner nun fast 20-jährigen Sportlerära.
Ich hatte Riesenschmerzen in meinem rechten grossen (in der restlichen
Welt: großen) Zeh und sollte mich trotzdem bewähren, der Mannschaft
zeigen, dass sie sich auf mich verlassen kann in wichtigen Momenten
und ich versagte primär mal. Auf einem Bein zu spielen ist
schwieriger als man denkt und als dann auch noch Admir für längere
Zeit ausfiel schien Neckos Traum vom Aufstieg dahinzuschwinden. Mit
dieser Mannschaft war wohl ziemlich sicher der Landesligatitel zu
gewinnen, denn unter den Blinden ist der Einäugige bekanntlich ja König,
aber mehr...?
Eine
sogenannte Westliga wurde aus der Taufe gehoben und für mich als in
der Schweiz aufgewachsener Deutschen war das Chaos perfekt:
Landesliga, Regionalliga, Bundesliga und wieso spielte ich dreimal
gegen Dornbirn und nur einmal gegen Hard und wieso waren immer die
gleichen Schiedsrichter da? Na ja man gewöhnt sich an vieles.
Meine
Verletzung, die sich unterdessen als Krankheit herausgestellt hat, war
dann auskuriert und dank den Motivationskünsten vom Coach und auch
dem jüngsten aber wichtigsten im Team, fand ich zu alter Form zurück
und wurde sogar auf der Dornbirner Homepage für eines meiner Spiele
in dieser Schachen- oder Schochen- oder sowas -halle gelobt. Das
scheint eine Seltenheit zu sein und nur privilegierten Gästespieler
vergönnt zu sein. Danke!
Nun
zu den wohl wichtigsten und erfreulichsten Momenten meiner kurzen aber
heftigen Zeit bisher:
Bundesliga-Aufstiegsrunde
in Wien: Schon irgendwann kurz nach dem ins Bett gehen
ging’s auch schon los im Zug in die Hauptstadt, in der ich noch nie
richtig war (McDonalds gibt’s schliesslich überall). Aber warum
Aleks und ich in diese kleinen Betten gezwängt wurden, nachdem mir
jeglicher Alkohol verwehrt wurde...? Der Trainer hat immer recht!
Dann ging’s in die Halle, nein vor die Halle, denn erst etwa eine
Stunde vor Spielbeginn machte jemand die Tür auf. Nicht jeder
nahm’s so ernst wie wir und wartet schon 2 ¼ Stunden vorher an der
Halle. Nun gut, Einfluss hatte das wohl kaum auf unsere dürftige
Leistung im ersten Spiel. Wir verloren mit Zuviel : Zuwenig gegen ...
ähm...UBBC Wien... glaub ich zumindest.
Doch was dann kam, hielt kaum mehr jemand für möglich. Der Gegner
war rot gekleidet und ein paar von uns sahen rot. Anders ist das
Dreipunktespiel von Domenik nicht zu erklären, dass er Mitte der
ersten Halbzeit fabrizierte. Spektacoolair!!! Na ja so waren wir im
Spiel und nur wenig, um nicht zu sagen sehr wenig fehlte zum Sieg und
zum Einzug in die nächste Runde. Linz (oder war es Graz?) war nicht
besser als wir, spielt jetzt aber in der Bundesliga und wir immer noch
in der Meisterschaft der Blinden und Lahmen westlich des Berges, der
Vorarlberg von Österreich trennt.
Der geneigte Leser wird nun erkannt haben, dass dies von mir unter der
Rubrik „erfreulich Momente“ abgehandelt wird. Wieso? Nun ja, wie
sich die Mannschaft wieder aufgefangen hat nach der ersten Niederlage
und vor allem, wie gekämpft wurde, obwohl es mit der Kondition sicher
nicht mehr zum Besten stand, war schon beeindruckend. Des weiteren
muss ich erwähnen, dass ich mit meiner eigenen Leistung zufrieden war
und ich denke als einer der wenigen die von mir geforderte Leistung
gebracht habe, obwohl auch mein Ego angekratzt ist nach dem
Nichtaufstieg, aber was nicht ist, kann ja wie immer noch werden. Das
Projekt „Bundesliga 2000“ soll ja nicht einfach eine leere Worthülse
sein.
Die
beiden Meistertitel: Regionalmeisterschaft; ich hatte
unterdessen gemerkt, dass dies eine noch inoffizielle Meisterschaft
war, aber von vielen doch recht ernst genommen
wurde. So auch von mir dann, denn die Kufsteiner waren mir nie so
richtig sympathisch. Was soll ich sagen, wir gewannen das Finale
obwohl wir mit 15 oder mehr Punkten hinten lagen gegen einen nicht so
schlechten Gegner, der durchaus seine Chancen hatte.
Was meinen Leuten aber viel wichtiger war, nannte sich
Landesligameistertitel. Im letzten Jahr noch knapp an Dornbirn und
Erik Geiger gescheitert, wollten sie unbedingt gewinnen. Ich sah
eigentlich kein Problem darin, ausser natürlich wieder beim Modus.
Wer spielt nun wieviel mal gegen wen bis dann die ersten drei
wieder... na ja lassen wir das. Wir standen im Finale gegen Bludenz in
deren Halle.
Jeder wusste, dass wir gegen diese Mannschaft schon ...ähm ...3 ...
na ja sagen wir noch nie verloren hatten und die klaren Favoriten
waren und siehe da wir gewannen auch, obwohl wir in der zweiten
Halbzeit mehr Mühe hatten, als erhofft. Aber dank einer guten
Leistung von Aleks, dem Neu-Kapfenberger, dem mannschaftsdienlichen
Spiel von Domenik und nicht zuletzt dank ein paar Dreiern meinerseits,
reichte es dann doch.
Was bleibt mir zu sagen? Ich werde noch eine weitere Saison mit den
Baskets spielen, doch halt erst wieder in den wichtigen Spielen ab
Februar/März, denn davor muss ich auf meinen Abschluss pauken, denn
ich kann es mir nicht leisten, ohne Abschluss nach höherem zu
streben. In dieser Zeit wird auch meine zweite Leidenschaft, das
Volleyball sicher nicht zu kurz kommen, aber man wird mich auch ab und
zu noch in der Halle am Sebastianplatz entdecken, oder haben wir jetzt
eine neue?
Na
ja, auf dass der Aufstieg gelingt und wir endlich die Nummer eins in
Vorarlberg werden!!!
Stef

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