| Zusammenfassung
der Änderungen: K.Preller |
Einführung
Die
Popularität des Basketballspiels steigt nach wie vor auf
der ganzen Welt. Dieser kontinuierliche Erfolg macht es
erforderlich, den Reiz und die Attraktivität des Spiels
anhand der Spielregeln sicherzustellen. Andererseits hat die
Welt-Technische Kommission der FIBA die Pflicht, dafür zu
sorgen, dass die Regeln keiner Mannschaft einen unfairen
Vorteil einräumen. Um diese Zielsetzungen weiterhin
sicherzustellen, hat die FIBA für die ab dem Jahr 2000 gültigen
Regeln einige mehr oder weniger gravierende Änderungen
beschlossen.
A.
In einigen Regeln wurden aufgrund gemachter Erfahrungen
neue Elemente eingeführt, die das Angriffsspiel beleben
und das Basketballspiel attraktiver machen sollen.
B.
Einige im normalen Basketballspiel untypische und selten
vorkommende Situationen und Regelungen sind gestrichen
worden.
C.
Der Aufbau und die Reihenfolge der Artikel wurden geringfügig
geändert.
D.
Viele Regeltexte wurden redaktionell überarbeitet, um die
Regeln klarer und besser lesbar darzustellen. Ausnahmen
und Querverweise wurden stark reduziert.
E.
Der neu aufgenommene Anhang ”Technische Ausrüstung”
soll die Erbauer von Sporthallen, Hersteller von
Basketballartikeln und Ausrichter von Veranstaltungen
unterstützen. Er dient auch als Grundlage für
Zulassungs-Richtlinien der FIBA und der nationalen Verbände
sowie zur Anpassung vorhandener oder Erstellung neuer
internationaler Standards.
Zusammenfassung
der Regeländerungen
Die
DBB - Arbeitsgruppe “Regeln” hat das neue Regelheft 2000
unter dem Aspekt untersucht heraus zu finden, in welchen
Artikeln nennenwerte Änderungen vorgenommen wurden.
Sinn
und Zweck dieser Ausführungen soll es sein, die
wesentlichen Änderungen der Regeln 2000 einem breiten
Publikum vorzustellen. Dabei werden die Artikel, in denen
gravierende Änderungen vorgenommen wurden, in der
aufsteigenden Nummernfolge aufgeführt.
Art.
3 Ausrüstung
Der
Text wurde im Umfang auf die Erfordernisse der Mannschaften,
Schiedsrichter und Kampfrichter vereinfacht und gekürzt.
Jede
Anzeigetafel sollte mindestens über folgende
Anzeigemöglichkeiten verfügen:
- Spielzeit.
- Spielstand.
- Aktuelle
Spielperiode.
- Anzahl
der angerechneten Auszeiten.
Die
24-Sekunden-Anlagen
sind weltweit unterschiedlich hinsichtlich Qualität,
Positionierung und Anzahl der Anzeigegeräte. Die Regeln
schreiben nun für die Aufstellung folgende drei Möglichkeiten
vor:
1.
Je ein Anzeigegerät
oberhalb und hinter jedem Spielbrett.
2.
Vier Anzeigegeräte
auf dem Boden hinter den Endlinien, je eines in jeder Ecke
des Spielfeldes.
3.
Zwei Anzeigegeräte
auf dem Boden hinter den Endlinien, in diagonal gegenüber
liegenden Ecken des Spielfeldes. Das Gerät zur Linken
des Anschreibertisches ist dabei am nächsten zum
Anschreibertisch zu platzieren, mindesten zwei Meter von
den Seitenlinien entfernt.
Art.
4 Schiedsrichter, Kampfrichter und Kommissar
Die
Drei-Schiedsrichter-Technik wird eingeführt:
Die jeweilige Gliederung der FIBA, wie die Zonen-Kommission
oder der nationale Verband, haben die Befugnis, die
Drei-Schiedsrichter-Technik anzuwenden. Mit der Möglichkeit,
einen dritten Schiedsrichter auf dem Feld
einzuführen, könnte die Fähigkeit des Schiedsrichter –
Teams gestärkt werden, Fairness und Spielkontrolle zu gewährleisten.
Viele
Experten sind der Meinung, dass das Spiel durch den Einsatz
von drei Schiedsrichtern profitieren wird.
Die
FIBA erwägt, dieses System bei Olympischen Spielen und
Weltmeisterschaften anzuwenden.
Die
Drei-Schiedsrichter-Technik der NCAA wird übernommen. Sie
wird neuer Bestandteil des Schiedsrichter-Handbuches.
Art.
5 Pflichten und Rechte des 1. Schiedsrichters
Der
1. Schiedsrichter trifft die endgültige Entscheidung, wenn
immer es notwendig ist, oder die Schiedsrichter
unterschiedlicher Meinung sind. Vor seiner endgültigen
Entscheidung kann er sich mit dem 2. Schiedsrichter, dem
Kommissar und/oder den Kampfrichtern beraten.
Dies
gilt grundsätzlich für das gesamte Spiel. Deshalb sind
spezielle Beispiele nicht mehr im Regelheft enthalten.
Art.
9 Pflichten des Anschreibers und des
Anschreiber-Assistenten
Folgende
Situation wurde gestrichen, da sie untypisch ist und nur
sehr selten in einem Basketballspiel vorkommt: Ein Spieler
bleibt auf dem Feld oder kehrt wieder zurück, um am Spiel
weiterhin teilzunehmen, obwohl er sein 5. Foul begangen
hat.
Art.
11 Pflichten des 24-Sekunden-Zeitnehmers
Die
24-Sekunden-Anlage wird vom 24-Sekunden-Zeitnehmer wie folgt
bedient:
Sie
wird in Gang oder wieder in Gang gesetzt, sobald
ein Spieler auf dem Spielfeld die Kontrolle über einen
belebten Ball erlangt.
Sie
wird gestoppt und auf 24 Sekunden zurückgestellt,
und es darf keine Anzeige auf den Anzeigegeräten sichtbar
sein, sobald
- ein
Schiedsrichter wegen eines Fouls, Sprungballs oder einer
Regelübertretung pfeift, ausgenommen bei einem Ausball,
wenn die Mannschaft, die zuvor Ballkontrolle hatte, den
Einwurf zugesprochen bekommt.
- der
Ball bei einem Feldkorbversuch in den Korb geht.
- der
Ball bei einem Feldkorbversuch den Ring berührt.
- das
Spiel aufgrund einer oder mehrerer Aktionen durch
Gegenspieler der Ball kontrollierenden Mannschaft
unterbrochen wurde.
Sie
wird auf 24 Sekunden zurückgestellt und wieder in
Gang gesetzt, sobald die gegnerische Mannschaft
auf dem Spielfeld Ballkontrolle eines belebten Balles
erlangt.
Die
24-Sekunden-Anlage wird gestoppt, aber nicht auf 24
Sekunden zurückgestellt, wenn dieselbe Mannschaft, die
vorher Ballkontrolle hatte, einen Einwurf aus folgenden Gründen
zugesprochen bekommt:
- Der
Ball ist ins Aus gegangen.
- Nach
einem Doppelfoul.
- Das
Spiel ist aus Gründen unterbrochen, die die Ball
kontrollierende Mannschaft zu verantworten hat.
Sie
wird gestoppt, und es darf keine Anzeige auf den
Anzeigegeräten sichtbar sein, wenn eine Mannschaft
Ballkontrolle erlangt und die Spieluhr eine Restspielzeit
von weniger als 24 Sekunden in dieser Spielperiode oder Verlängerung
anzeigt.
Art.
12 Mannschaften
Die
Einsatz- und die Spielberechtigung für
Mannschaftsmitglieder sind neu definiert worden:
Die
Einsatzberechtigung ist die Erlaubnis für eine
Mannschaft spielen zu dürfen, wie es in den Regularien des
Veranstalters eines Wettbewerbs festgelegt ist. Dies schließt
die Altersgrenzen mit ein.
Ein
Mannschaftsmitglied ist spielberechtigt, wenn es vor
dem Spielbeginn auf dem Anschreibebogen eingetragen worden
ist und solange es weder disqualifiziert worden ist noch fünf
Fouls begangen hat.
Art.
14 Verletzung eines Spielers
Ein
Spieler, der vom Trainer bezeichnet wurde, das Spiel zu
beginnen, kann im Falle einer Verletzung ersetzt werden
vorausgesetzt, dass der 1. Schiedsrichter von der Echtheit
der Verletzung überzeugt ist. Neue Regelung: In
diesem Fall darf auch die gegnerische Mannschaft einen
Spieler ersetzen, falls sie dies wünscht.
Art.
16 Pflichten und Rechte des Trainers
Der
Trainer oder der Trainer-Assistent sind die einzigen
Vertreter der Mannschaft, die während des Spiels
Verbindung mit den Kampfrichtern aufnehmen dürfen. Das
bedeutet, dass kein Mannschaftsbegleiter (auch nicht der Präsident
des Clubs) statistische Informationen von den Kampfrichtern
erfragen darf.
Entweder
der Trainer oder der Trainer-Assistent, dessen
Name auf dem Anschreibebogen eingetragen ist, jedoch
nicht beide gleichzeitig, darf während des
Spiels stehen. Dies betrifft auch einen Kapitän,
der den Trainer, aus welchem Grund auch immer, ersetzt. Der
Trainer-Assistent ist jetzt berechtigt, während des Spiels
zu stehen. Wichtig ist, dass nur eine Person steht.
Art.
17 Spielzeit, Punktgleichheit und Verlängerungen
Das
Spiel besteht aus vier Spielperioden zu je zehn Minuten.
Zwischen der ersten und zweiten Spielperiode sowie zwischen
der dritten und vierten Spielperiode und vor jeder Verlängerung
beträgt die Pause zwei Minuten. Die Halbzeitpause
beträgt jetzt immer 15 Minuten.
Art.
18 Spielbeginn
Die
Wahl der Körbe und der Mannschaftsbänke ist in diesen
Artikel integriert worden.
Das
Spiel beginnt offiziell mit einem Sprungball im Mittelkreis,
wenn der Ball von einem Springer legal getippt wird.
Dies ist auch das Ende für die vorausgegangene Spielpause.
Diese Klarstellung wird die Anzahl unterschiedlicher
Situationen zu Beginn eines Spiels und während eines
Sprungballs reduzieren.
Art.
19 Zustand des Balles
Während
eines Sprungballs wird der Ball belebt, wenn er von einem
Springer legal getippt wird.
Art.
21 Sprungball
Auf
folgende Punkte wird aufmerksam gemacht:
1.
Nur noch bei einem Doppelfoul mit
Sprungballentscheidung sowie bei einem Halteball sind
die beiden Springer festgelegt.
2.
In allen anderen Fällen sind die Springer nicht
festgelegt. Sie müssen jedoch zu dem Zeitpunkt auf dem
Spielfeld gewesen sein, in dem der Sprungball entstanden
ist.
3.
Hat sich ein belebter Ball in der Korbbefestigung
verfangen, wird das Spiel immer mit Sprungball fortgesetzt
(auch nach einem Einwurf). Jetzt gibt es nur noch
eine Regel für diese Situation.
Art.
22 Wie der Ball gespielt wird
Schon
nach den bisherigen Regeln war es nicht gestattet, den Ball
vorsätzlich mit dem Fuß, dem Knie oder einem Teil des
Beines unterhalb des Knies zu spielen.
In
den Regeln 2000 wird dieses Verbot auf das gesamte Bein,
also auch oberhalb des Knies erweitert.
Ein
zufälliger Kontakt des Balles mit dem Fuß oder dem
Bein ist nach wie vor keine Regelübertretung.
Art.
24 Spieler in der Korbwurfaktion
Ein
Spieler, der beim Sprungball den Ball direkt auf den
Korb tippt, befindet sich auch in der
Korbwurfaktion. Nach den bisherigen Regel galt dieser
Tipp nicht als eine Korbwurfaktion.
Art.
25 Korberfolg und seine Wertung
Geht
der Ball von unten durch den Korb, ist dies eine Regelübertretung,
unabhängig davon, ob dies zufällig oder absichtlich
geschah. Der Unterschied zwischen absichtlich und zufällig
entfällt. Die gegnerische Mannschaft erhält einen Einwurf
von der Grundlinie.
Art.
26 Einwurf
1.
Wenn der Ball nach einem Einwurf zwischen Ring und
Brett eingeklemmt ist, wird der Ball dadurch zum toten
Ball, und das Spiel wird am nächst gelegenen Kreis mit
einem Sprungball zwischen zwei beliebigen Gegenspielern
fortgesetzt.
2.
Während eines Einwurfs ist es legal, den Ball über
das Spielbrett hinweg einzuwerfen.
3.
Nach einem erfolgreichen Feldkorb oder einem erfolgreichen
letzten Freiwurf: Der Spieler, der den Ball einwerfen
soll, darf sich seitlich und/oder rückwärts bewegen
und/oder der Ball darf zwischen Mitspielern von
irgendeinem Punkt auf oder hinter der Endlinie zugespielt
werden, aber das Zählen der fünf Sekunden beginnt in dem
Augenblick, in dem der Ball dem ersten Spieler außerhalb
des Spielfeldes zur Verfügung steht.
Art.
27 Angerechnete Auszeit
Es
ist nicht mehr möglich, das Spiel früher fortzusetzen
– auch wenn die Mannschaft die die Auszeit genommen hat,
dazu bereit ist.
2.
Eine Konsequenz aus dem Wechsel zur Spielzeit von 4x10
Minuten: Jede Mannschaft kann eine angerechnete
Auszeit in den ersten drei Spielperioden beantragen, zwei
angerechnete Auszeiten in der vierten Spielperiode
und eine angerechnete Auszeit in jeder Verlängerung.
3.
Eine Auszeitmöglichkeit beginnt, wenn ein Feldkorb erzielt
wurde gegen die Mannschaft, die eine angerechnete Auszeit
beantragt hat. Eine Auszeitmöglichkeit endet, wenn bei
einem Einwurf der Ball dem Spieler zum Einwurf zur Verfügung
steht. Damit entfällt die Einschränkung für den
Anschreiber, nur dann sein Signal ertönen zu lassen, wenn
der Antrag auf Auszeit gestellt wurde, bevor der Ball die
Hand oder Hände des Werfers verlassen hat.
4.
Unterbricht ein Schiedsrichter das Spiel, besteht die Möglichkeit
zur Auszeit für beide Mannschaften.
Art.
28 Spielerwechsel
1.
Eine neue Möglichkeit für einen Spielerwechsel
beginnt, wenn in den letzten zwei Spielminuten der
vierten Spielperiode oder in den letzten zwei Minuten
einer Verlängerung ein Feldkorb gegen die
Mannschaft erzielt wird, die den Spielerwechsel beantragt
hat. Die Möglichkeit endet, wenn der Ball dem Einwerfer
zur Verfügung steht. Wenn diese Mannschaft einen Spieler
wechselt, kann die gegnerische Mannschaft auch einen
Spielerwechsel vornehmen.
2.
Unterbricht der Schiedsrichter das Spiel aus irgendeinem
Grund, beginnt die Möglichkeit eines Spielerwechsels für
beide Mannschaften.
3.
Der Ersatzspieler muss sich bis zum Beginn der Wechselmöglichkeit
auf die Auswechselbank oder auf den Stuhl setzen.
Art.
30 Verlust der Spielberechtigung (Fehlverhalten einer
Mannschaft)
Play-Off-Spiele
wurden aufgenommen. Tritt eine Mannschaft während der
Serie ”best-of-three” bei einem Spiel nicht an, verliert
sie das Recht, weiter in der Serie zu spielen. Diese
Regelung gilt nicht für andere Serien, wie z. B. ”best-of-five”,
”best-of-seven”.
Art.
32 Regelübertretungen
Es
gibt neue Grundsätze, über eine Regelübertretung zu
entscheiden:
- Aufrechterhalten
von Geist und Sinn der Regeln sowie der Integrität des
Spiels.
- Gleichmäßigkeit
in der Anwendung von gesundem Menschenverstand in jedem
Spiel unter Berücksichtigung von Fähigkeiten,
Einstellung und Verhalten der Spieler während des
Spiels.
- Gleichgewicht
zwischen Spielkontrolle und Spielfluss. ”Gefühl”
mitbringen für das, was die am Spiel Beteiligten gerade
beabsichtigen, und das pfeifen, was für dieses Spiel
das Richtige ist.
Diese
Grundsätze finden sowohl bei Fouls als auch bei Regelübertretungen
Anwendung. Der Grundsatz Vorteil/Nachteil findet jedoch
nicht bei allen Regelübertretungen Anwendung.
Art.
37 Nah bewachter Spieler
Als
nah bewacht gilt ein Spieler, der einen belebten Ball auf
dem Spielfeld hält, dann, wenn ein Gegenspieler eine aktive
Verteidigungs-Position in einem Abstand von nicht mehr als
einem Meter einnimmt.
”Aktiv”
bedeutet, dass der Verteidiger eine normale
Verteidigungsstellung eingenommen hat und nicht nur passiv
in der Nähe des Spielers in Ballbesitz steht.
Art.
38 Acht-Sekunden
Eine
Mannschaft hat nur noch 8 Sekunden Zeit, den Ball in
ihr Vorfeld zu spielen. Um das Tempo des Spiels zu erhöhen,
wurde diese Zeitspanne von bisher zehn Sekunden auf nun acht
Sekunden reduziert.
Art.
39 24-Sekunden
Folgende
wichtige Änderungen sind zu beachten:
1.
Eine Mannschaft hat nur noch 24 Sekunden Zeit für
einen Korbwurfversuch; dabei endet die 24-Sekunden-Periode
erst dann, wenn der Ball den Ring berührt.
2.
Die 24-Sekunden-Anlage wird nur noch dann zurückgestellt,
wenn der Ball den Ring berührt oder in den Korb
geht. Erlangt der Gegner Ballkontrolle, wird die
Anlage zurückgestellt und sofort neu gestartet.
3.
Das Signal der 24-Sekunden-Anlage stoppt die Spieluhr.
Folgende
Situationen, in denen der Ball in der Luft ist und das
Signal der 24Sekunden-Anlage ertönt, sollten besonders
beachtet werden:
1.
Der Korb zählt, wenn der Ball direkt oder nach Ringberührung
in den Korb geht.
2.
Der Ball wird zum toten Ball und die 24-Sekunden-Regel
wird verletzt, wenn der Ball in der Luft von einem Spieler
legal berührt wird (in der Aufwärtsbewegung oder nachdem
er den Ring berührt hat).
3.
Bei Goal tending und Stören des Balles kommt nicht Art.
39, sondern Art. 41 (Goal tending und Stören des Balles)
zur Anwendung.
Die
Änderung der Zeitregel von dreißig auf vierundzwanzig
Sekunden ist die gravierendste Regeländerung. Sie wird zu
einer positiven Entwicklung des Basketballspiels beitragen,
das Spiel schneller machen und die Dynamik des Spiels
verbessern:
- Die
Anzahl der Korbwurfaktionen pro Spiel erhöht sich und
dadurch werden mehr Punkte erzielt.
- Die
gestiegene Anzahl der Korbwurfaktionen ist
gleichbedeutend mit der wachsenden Dynamik im Spiel.
Dies wird das Basketballspiel attraktiver machen.
Der
entscheidende Unterschieds zu der bisherigen 30
Sekunden-Regel ist darin zu sehen, dass, bevor das
24-Sekunden-Signal ertönt, der Ball nicht nur die Hand
des Werfers verlassen , sondern auch den Ring berührt haben
muss.
Art.
41 Goal tending und Stören des Balles
Dieser
Artikel ist mit einigen Änderungen neu formuliert worden:
- Mit
dem Begriff “Goal tending” wurde eine neue
Definition zusätzlich in die Regeln aufgenommen: Goal
tending bezeichnet das illegale Berühren des Balles
nach einem Wurfversuch, also wenn der Ball im Abwärtsflug
oder nach einer Brettberührung noch vollständig
oberhalb des Ringniveaus ist.
- Ein
Verteidigungsspieler versetzt (absichtlich oder zufällig)
das Spielbrett oder den Ring so in Schwingung (Stören
des Balles),
dass
nach Ansicht des Schiedsrichters der Ball, während er
in der Luft ist, deshalb nicht in den Korb geht. Dies
ist eine Regelübertretung und der Korb zählt 2
oder 3 Punkte. Ein technisches Foul wird nicht mehr
gegeben. Geht der Ball in den Korb, liegt keine Regelübertretung
vor.
- Während
der Ball bei einem Korbwurf aus dem Feld in der Luft ist
und danach ein Schiedsrichter pfeift, das Signal der
Spieluhr oder der 24-Sekunden-Anlage ertönt, gelten
alle Vorschriften für Goal tending und Stören des
Balles.
- Dies
bedeutet: Nach einem Pfiff oder einem Signal gelten die
gleichen Regeln bei der Beurteilung von legalen Aktionen
und Regelübertretungen wie während der Spielzeit.
- Keine
Punkte können erzielt werden, wenn beide
Mannschaften gleichzeitig gegen diesen Artikel verstoßen.
Das Spiel wird mit Sprungball fortgesetzt.
Art.
44 Persönliches Foul
Der
ehemalige Artikel 46.5.8.3: ”Der Verteidiger berührt beim
Versuch, den Ball zu spielen, einen Gegenspieler mit seiner
Hand oder Händen. Findet ein solcher Kontakt nur an der
Hand des Gegenspielers statt, während dieser seine Hand am
Ball hat, wird er als zufällig angesehen und der Kontakt
sollte nicht bestraft werden.” ist ersatzlos gestrichen,
da der Text für zuviel Verwirrung gesorgt hat.
Art.
45 Doppelfoul
Hat
eine Mannschaft zum Zeitpunkt eines Doppelfouls zwar noch
keine Ballkontrolle, aber steht ihr der Ball bereits zu,
wird er dieser Mannschaft zum Einwurf zur Verfügung
gestellt. Zur Klarstellung zwei Beispiele:
1.
A4 begeht einen Schrittfehler. Bevor einem Spieler der
Mannschaft B der Ball zum Einwurf zur Verfügung steht,
wird ein Doppelfoul zwischen A5 und B5 gepfiffen.
Regelung:
Einwurf für Mannschaft B, da ihr der Ball bereits
zustand.
2.
A4 hat zwei Freiwürfe mit anschließendem Einwurf für
Mannschaft A. Unmittelbar nach dem 2. Freiwurf, jedoch
bevor der Ball dem Einwerfer zur Verfügung steht, wird
ein Doppelfoul zwischen A5 und B5 gepfiffen.
Regelung:
Einwurf für Mannschaft A, da ihr der Ball bereits
zustand.
Art.
49 Technisches Foul durch einen Spieler
1.
Die Strafe für ein technisches Foul durch einen
Spieler ist folgendermaßen geändert worden: Ein
Freiwurf mit anschließendem Ballbesitz von der
Mittellinie.
2.
Aus diesem Grund gibt es kein ”unsportlich technisches
Foul” mehr. Diese
Foulart wurde durch die neue Strafe für ein technisches
Foul gegen einen Spieler überflüssig.
3.
Es ist nicht länger auf technisches Foul gegen einen
Verteidiger zu entscheiden, der vorsätzlich das
Spielbrett oder den Ring in Schwingung versetzt, während
der Ball bei einem Feldkorbversuch oder Freiwurf in der
Luft ist. Diese Aktion fällt unter die Regelungen für Stören
des Balles (Art. 41).
4.
Für ein technisches Foul gegen einen Spieler während
einer Spielpause werden weiterhin zwei Freiwürfe verhängt.
Art.
55 Mannschaftsfouls: Strafen
1.
Sobald eine Mannschaft vier persönliche oder
technische Spielerfouls in einer Spielperiode begangen
hat, hat sie die Mannschaftsfoulgrenze erreicht. Hat also
eine Mannschaft vier persönliche oder technische
Spielerfouls innerhalb einer Spielperiode begangen, so
werden – mit den bisher gültigen Einschränkungen für
ein Foul am Werfer oder ein Foul in Ballkontrolle – für
jedes weitere Spielerfoul zwei Freiwürfe verhängt. Alle
Verlängerungen zählen als Fortsetzung der vierten
Spielperiode.
2.
Falls das Foul von einem Spieler begangen wird, dessen
Mannschaft in Kontrolle eines belebten Balles ist oder der
der Ball für einen Einwurf zusteht, wird dieses persönliche
Foul nicht mit zwei Freiwürfen bestraft.
Zwei
Beispiele:
a)
A4
begeht einen Schrittfehler, unmittelbar gefolgt von einem
persönlichen Foul durch B4, 5. Mannschaftsfoul der
Mannschaft B in dieser Spielperiode.
Regelung:
Sprungball im nächstgelegenen Kreis zwischen zwei
Gegenspielern.
b)
A4
hat zwei Freiwürfe, gefolgt von Ballbesitz für
Mannschaft A. Nach dem 2. Freiwurf, bevor jedoch der
Ball zum Einwurf belebt ist, begeht A5 ein Foul gegen B5,
6. Mannschaftsfoul gegen Mannschaft A in dieser
Spielperiode.
Regelung:
Keine
Freiwürfe, Einwurf für Mannschaft B.
Noch
einmal zur Klarstellung: Begeht eine Mannschaft ein Foul, bevor
sie den Ball zu einem Einwurf nach einer gegnerischen
Regelverletzung erhält, wird dies nunmehr als Foul der
Mannschaft in Ballkontrolle geahndet. Das Spiel wird mit
Sprungball fortgesetzt, unabhängig von der Anzahl der
Mannschaftsfouls.
Art.
56 Sonderfälle
Dieser
Artikel regelt jetzt nicht nur “Sonderfällen”, die nach
einem Foul entstehen können, sondern auch nach einer Regelübertretung;
auch Einwurfstrafen für Regelübertretungen werden zur
Kompensation mit aufgenommen. Begeht also Mannschaft
B eine Regelübertretung, und Mannschaft A begeht vor der
Ausführung des Einwurfs ein Foul mit Foulstrafe “Einwurf
für Mannschaft B”, wird in diesem Fall das Spiel mit Sprungball
fortgesetzt.
Während
derselben Uhr-Stopp-Periode, die auf ein Foul oder eine
Regelübertretung folgt, können Sonderfälle entstehen,
wenn weitere Fouls begangen werden.
Sofern
nach der Aufrechnung von gleichen Strafen gegen beide
Mannschaften keine weiteren Strafen zur Ausführung übrig
bleiben, wird das Spiel, wie in Art. 45 (Doppelfoul)
beschrieben, fortgesetzt.
Einige
Beispiele (nach neuer und alter Regel) zur Klarstellung:
1.
Mannschaft A hat die Ballkontrolle auf dem Feld, persönliches
Foul von A4 gegen B4 (3. Mannschaftsfoul von Mannschaft
A).
Regelung:
Einwurf Mannschaft B (wie bisher).
2.
A4 erzielt einen Korb. Unmittelbar danach technische Fouls
von A4 und B4.
Regelung:
Einwurf Mannschaft B an der Endlinie (wie bisher).
3.
Mannschaft A hat den Ball zum Einwurf, als technische
Fouls von A4 und B4 begangen werden.
Regelung:
Einwurf Mannschaft A (wie bisher).
4.
Mannschaft A hat den Ball zum Einwurf. Gleichzeitig ein
Doppelfoul gegen A4 und B4 und ein persönliches Foul von
A5 (3. Mannschaftsfoul von Mannschaft A).
Regelung:
Sprungball im nächstgelegenen Kreis zwischen zwei
Gegenspielern (neu, falls der ursprüngliche Einwurf z. B.
aus einem Schrittfehler von B resultierte).
5.
Schrittfehler von A4. Danach ein persönliches Foul gegen
B4 (3. Mannschaftsfoul von Mannschaft B).
Regelung:
Sprungball im nächstgelegenen Kreis zwischen zwei
Gegenspielern (neu).
6.
Schrittfehler von A4. Danach Doppelfoul gegen A5 und B5.
Regelung:
Einwurf Mannschaft B (wie bisher).
7.
Schrittfehler von A4. Danach ein Doppelfoul gegen A5 und
B5 und ein persönliches Foul gegen B6 (3. Mannschaftsfoul
von Mannschaft B).
Regelung:
Sprungball im nächstgelegenen Kreis zwischen zwei
Gegenspielern (neu).
8.
Mannschaft A hat die Ballkontrolle auf dem Feld. Dann
werden technische Fouls gegen A4 und B4 gepfiffen, gefolgt
von einem persönlichen Foul gegen A5 (3. Mannschaftsfoul
von Mannschaft A).
Regelung:
Einwurf Mannschaft B (wie bisher).
Art.
57 Freiwürfe
Wenn
ein Gegenspieler des Freiwerfers das Spielbrett oder den
Ring so in Schwingung versetzt, dass der Ball nach Ansicht
des Schiedsrichters deshalb nicht in den Korb gehen konnte,
wird der Freiwurf mit einem Punkt gewertet.
Art.
58 Korrigierbare Fehler
Eine
Situation wurde
gestrichen, die praktisch nicht auftritt: ”Ausführen
von einem oder mehreren Freiwürfen am falschen Korb”.
Korrigierbare
Fehler sind also nun:
1.
Gewähren von einem oder mehreren nicht zustehenden Freiwürfen.
2.
Die Ausführung von Freiwürfen durch den falschen
Freiwerfer.
3.
Nicht Gewähren von einem oder mehreren zustehenden Freiwürfen.
4.
Durch einen Schiedsrichter irrtümlich gegebene oder nicht
gegebene Punkte.
Zwei
Ausnahmen wurden zusätzlich neu aufgenommen:
1.
Liegt der korrigierbare Fehler im nicht Gewähren von
einem oder mehreren zustehenden Freiwürfen:
1-1
Ist es nach dem Fehler zu keinem Wechsel des Ballbesitzes
gekommen, wird das Spiel nach der Fehlerkorrektur wie bei
jedem normalen Freiwurf fortgesetzt.
1-2
Sofern die Mannschaft, der fälschlicherweise der
Ballbesitz zugesprochen wurde, einen Korb erzielt, zählt
dieser und der Fehler wird nicht beachtet.
2.
Liegt der korrigierbare Fehler in der Ausführung von
einem oder mehreren Freiwürfen durch den falschen
Freiwerfer: Hat der Ballbesitz seit dem Fehler nicht
gewechselt, geht das Spiel unmittelbar nach der Korrektur
(Ausführung durch den richtigen Freiwerfer) weiter, also
mit Rebound oder Einwurf von der Endlinie.
Beispiel:
B4
foult A4 (5. Mannschaftsfoul von Mannschaft B). Der
Schiedsrichter übergibt den Ball zum Einwurf an einen
Spieler der Mannschaft A und das Spiel wird fortgesetzt. A5
erzielt nach einem Dribbling einen Korb. In diesem Moment
wird der Fehler entdeckt und wäre noch korrigierbar.
Regelung:
Der erzielte Korb behält seine Gültigkeit. Freiwürfe
werden nicht zugesprochen, und das Spiel wird mit Einwurf an
der Endlinie durch Mannschaft B fortgesetzt.
Schlussbemerkung
Die
Absicht der Ausführungen war es, die grundsätzlichen und
wesentlichen Regeländerungen 2000 deutlich zu machen. Auf
zahlreiche geringfügigere Regeländerungen konnte nicht
eingegangen werden. Allerdings besteht die Absicht, die neue
24 Sekunden-Regel anhand einiger Fallbeispiele noch
transparenter darzustellen.
Um
alle Regeländerungen kennen zu lernen und zu
verstehen, ist es für jeden unumgänglich, das neue
Regelheft gründlich durchzulesen.
Wir
hoffen, dass diese Veröffentlichung Ihnen hilft, sich auf
die Umsetzung der neuen Basketballregeln 2000 vorzubereiten.
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